Tipps für einen entspannten Urlaub mit Unverträglichkeiten

Während die meisten Menschen einen Urlaub mit Entspannung, Freude und Genuss verbinden, bedeutet er für Menschen mit Unverträglichkeiten sehr oft Stress, Vorausplanung und Unsicherheiten. Gerade Reisen in andere, unbekannte Länder können zum Spießrutenlauf werden. So können neue Gerichte, unbekannte Zutaten, eine andere Sprache und fehlende Kennzeichnungen schlussendlich zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Ausschlägen, Unwohlsein und vieles mehr führen was jegliche Urlaubsfreude nehmen kann. Aber das muss nicht sein. Mit ein paar Tipps kann die unangenehme Suche nach Sanitärräumen, die regelmäßige Einnahme von Schmerztabletten und ein Urlaub im Bett vermieden bzw. die Wahrscheinlichkeit verringert werden.

Die richtige Vorbereitung

Je nachdem wo der Urlaub verbracht wird, können schon vor der Reise einige Dinge geregelt werden, um einen möglichst stressfreien und beschwerdefreien Urlaub zu erleben, hierfür im Folgenden ein paar Tipps:

  • Bei Übernachtungen im Hotel, Bed & Breaktfast, Pension o.Ä. mit Verpflegung sollte vorher mit der Unterkunft Kontakt aufgenommen werden. Hier sollte über die eigene Unverträglichkeit aufgeklärt werden damit die Unterkunft Zeit bekommt sich darauf einzustellen um dann angepasst zu kochen. So bekommt man die Möglichkeit einen „sicheren“ Ort zu haben, wo (fast) ohne Probleme gegessen werden kann.
  • Reist man in ein anderes Land kann vorher im Internet (z.B. in Foren, Google etc.) oder ggf. bei Reiseauskünften nachgeschaut werden, wie die Versorgung mit „free from“-Produkten in Supermärkten aussieht, gesetzliche Regelungen bezüglich der Kennzeichnung von Allergenen usw. So bekommt man einen Eindruck wie die Gegebenheiten vor Ort sind, ob man selbst Lebensmittel mitnehmen sollte usw.
  • Übernachtet man in einem Ferienhaus, Campingwagen, Zelten oder anderen Unterkünften ohne Verpflegung sollten für die Unverträglichkeit geeignete Lebensmittel oder Grundnahrungsmittel wie Brot, Nudeln usw. mitgenommen werden, um immer auf verträgliche Lebensmittel zurückzugreifen zu können. Das hilft, falls in hiesigen Supermärkten keine passenden Lebensmittel gefunden werden können.
  • Zwar sollte es nicht das Ziel sein regelmäßig Medikamente nehmen zu müssen, jedoch sollte trotzdem vor dem Urlaub eine passende Reiseapotheke gepackt werden. So hat man im Notfall Tabletten, die die Symptome lindern können damit man den Urlaub ohne Beschwerden verbringen kann. Gibt es für die Unverträglichkeit Tabletten, die die Toleranz erhöhen können, z.B. bei Laktoseintoleranz, ermöglichen sie es mehr und etwas sorgenfreier genießen zu können. Besonders wichtig ist eine gute Reiseapotheke bei Allergien mit dem Risiko eines anaphylaktischen Schocks. Allergiker sollten daher sowieso immer ihr Notfallset und den Allergiepass bei sich tragen.
  • Eine Auslandskrankenversicherung kann prinzipiell für jeden Reisenden sinnvoll sein, da aber Leute mit Unverträglichkeiten eine höhere Wahrscheinlichkeit haben einen Arzt zu benötigen kann sie hier besonders Sinn machen. So ist im Notfall für eine bezahlbare bzw. kostenlose medizinische Versorgung gesorgt.
  • Nicht zuletzt kann es auch helfen die Sprache, zumindest teilweise, zu lernen um nach Allergenen, Zutaten und unverträglichen Inhaltsstoffen zu fragen oder diese auf Verpackungen zu erkennen.

Tipps im Urlaub

Nicht nur vor dem Urlaub, sondern auch währenddessen können Betroffene einige Aspekte beachten, um einen möglichst entspannten Urlaub zu haben:

  • So gut wie möglich immer auf verträgliche Lebensmittel zurückgreifen. Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, Reis oder Fleisch/Fisch besitzen aufgrund ihrer Natürlichkeit überall die gleichen Inhaltsstoffe. Zwar können Mengen schwanken, so z.B. Fruchtzuckergehalte oder Allergene. Aber prinzipiell kann man sagen: Wer eine Paprika in Deutschland verträgt, verträgt auch eine Paprika in Indien.
  • Neue Gerichte und Zutaten im Internet nach ihren Inhaltsstoffen suchen bzw. einen Kellner o.Ä. fragen. So bekommt man häufig schnell ein gutes Gefühl dafür, ob man das Lebensmittel/das Gericht verträgt oder eben nicht. Bei Unsicherheiten besser einmal doppelt nachfragen, bevor man es später bereut.
  • Neue Lebensmittel vorsichtig ausprobieren. Wenn man ein neues Gericht oder ein neues Lebensmittel ausprobieren möchte, sollte erst mit einer kleinen Menge angefangen werden, um zu überprüfen ob Symptome auftreten. Werden kleine Mengen vertragen, können größere Mengen ausprobiert werden.
  • Für unterwegs sollten am besten immer verträgliche Snacks eingepackt werden, damit man nicht auf unverträgliches oder unbekanntes Essen in Restaurants oder o. Ä. Zurückgreifen muss.

Lass dich nicht stressen

Nicht zuletzt ist es auch sehr wichtig sich nicht vor oder während dem Urlaub zu sehr stressen zu lassen. Stress kann sich nämlich negativ auf die Toleranz auswirken und so dafür sorgen, dass Lebensmittel schlechter vertragen werden. Neben Stress kann sich auch eine negative Erwartungshaltung schlecht auf die Verträglichkeit auswirken. Wird davon ausgegangen, dass man eh Beschwerden bekommt, ist die Wahrscheinlichkeit auch höher, dass dies auftritt, obwohl die verzehrten Lebensmittel eigentlich eher verträglich wären. Der mentale Zustand kann sich also sehr stark auf die Toleranz und die Nahrungsmittelunverträglichkeit auswirken. Deshalb ist es wichtig mit einer positiven Einstellung und mit möglichst wenig Stress in den Urlaub zu starten. Isst man dann doch etwas was man nicht verträgt sollte man sich auch davon nicht zu sehr negativ beeinflussen lassen. Wichtig ist dann, dass man sich keine Vorwürfe macht und sich stattdessen ausreichend auskuriert, um dann wieder fit zu sein.

Man kann also feststellen, dass auch mit Unverträglichkeiten ein schöner, stressfreier und beschwerdefreier Urlaub möglich ist. Zwar benötigt man vielleicht etwas mehr Vorbereitung, doch das sollte es einem Wert sein, um den Urlaub so gut wie möglich genießen zu können und sich nicht von seiner Unverträglichkeit aufhalten zu lassen.

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