Was die Wissenschaft zur Entgiftung sagt

Definition

Unter der Entgiftung versteht man die Reinigung des Körpers von fremden und unerwünschten Stoffen wie Chemikalien, Schwermetallen, Giften usw. Während unser Körper uns selbst entgiftet, wird sowohl in der alternativen Medizin aber auch in vielen Ernährungs- und Gesundheitskreisen häufig von sogenannten Entgiftungsdiäten, Entgiftungskuren, Detox-Kuren, Detox-Diäten usw. geredet. Sie sollen dafür sorgen, dass die Schadstoffe die als sogenannte Schlacke vorliegen aus dem Körper entfernt werden. Die Schadstoffe kommen dabei vor allem aus der Umwelt und einer schlechten Ernährung. Das Ziel dieser Kuren, Therapien und Diäten soll eine verbesserte Gesundheit aber oftmals auch eine Gewichtsreduktion sein. Gerade in der alternativen Medizin, z.B. bei Heilpraktikern wird aber auch davon gesprochen, dass mittels einer Entgiftungstherapie chronische Erkrankungen geheilt oder zumindest gelindert werden können.

Zugeschriebene Wirkung

Bei der Entgiftung sollen die Schlacken und Gifte im Körper entfernt werden. Dies soll auf zwei Weisen passieren. Erstens soll der Körper durch das Einhalten einer bestimmten Diät, dem Verzicht auf Alkohol, Nikotin usw., und durch die Gabe verschiedener Präparate in seiner eigenen Entgiftungsfunktion gestärkt und unterstützt werden, sodass diese deutlicher besser abläuft. Zweitens werden auch häufig noch andere Mittel zusätzlich genommen, die die Schlacke aus dem Körper ziehen soll und dann durch die Verdauung den Körper verlassen.

Diese Entfernung soll dann dazu führen, dass dadurch ausgelöste Symptome wie Bauchschmerzen, Schwitzen, Juckreiz, Entzünden usw. gelindert werden, das Immunsystem besser arbeiten kann und Gewicht verloren wird. Da in der alternativen Medizin zusätzlich davon ausgegangen wird, dass diese Schlacken auch chronische Erkrankungen hervorrufen können, sollen durch die Entgiftung eben jene Erkrankungen auch gelindert bzw. sogar geheilt werden.

Wissenschaftliche Grundlage

Die Wirkung der Entgiftungskuren kann laut dem jetzigen wissenschaftlichen Stand nicht bewiesen werden. Es fehlt an aussagekräftigen und validen Studien, die die Wirkung zweifelsfrei belegen. Es gibt zwar Studien, die versuchen die Effektivität zu belegen, allerdings sind diese was ihre Methoden, die Probandenanzahl und die Laufzeit betrifft häufig unzureichend und damit nicht wirklich aussagekräftig. Einzig der senkende Effekt auf das Körpergewicht konnte in einzelnen Studien zu manchen Detox-Diäten nachgewiesen werden. Dieser Effekt lässt sich aber leicht mit einer Kalorienreduktion und mit einem hohen Wasserverlust erklären was häufig zwangsläufig, während einer Detox-Kur stattfindet.

Außerdem findet man zum genauen Wirkmechanismus keine oder nur sehr grobe Erklärungen und die genauen Gifte, die entfernt werden sollen, werden häufig nicht genannt. Damit ist der genaue Vorgang kaum nachvollziehbar noch untersuchbar. Weiterhin konnte auch die Schlacke nie im Körper nachgewiesen werden. Zuletzt beruhen viele Annahmen der Entgiftung noch auf alten, bereits widerlegten Theorien der Medizin. Aufgrund der genannten Gründe wird deshalb in der Wissenschaft davon ausgegangen, dass Entgiftungen keine der behaupteten Wirkungen besitzen.  

Darüber hinaus sind auch die Präparate die zum Teil zum Einsatz kommen häufig wirkungslos. So wirken Nahrungsergänzungsmittel nur, wenn wirklich ein Mangel vorliegt. Im besten Fall sorgt also eine unnötige Gabe von Vitaminen nur für teuren Urin (da manche Vitamine einfach mit dem Urin ausgeschieden werden), im schlimmsten Fall zu Überdosierungserscheinungen. Aber auch andere Präparate wie z.B. homöopathische Mittel oder bestimmte Mineralien wie Zeolith, haben keine nachgewiesene Wirkung, die über den Placebo-Effekt hinaus geht. Dabei erfahren Menschen eine Wirkung, Heilung, oder auch Schädigung durch eigentlich unwirksame Stoffe. Der alleinige Glaube daran, etwas genommen oder unternommen zu haben, was zu einer Wirkung führen soll, kann zu einer tatsächlichen Wirkung führen, obwohl das eigentlich genommene Mittel z.B. nur Zucker ist und damit keine heilenden Wirkungen besitzt.

Die häufig vorangegangen Darmsanierungen bzw. Darmreinigungen sind ebenfalls als kritisch zu betrachten. Da es, wie schon erwähnt, auch keine Schlacken im Körper gibt, ist die Entfernung dieser mittels einer Darmsanierung auch nicht nötig. Zudem zeigt auch die Studienlage, dass Darmreinigungen keinen positiven Effekt auf die allgemeine Gesundheit haben, stattdessen gibt es eher Berichte von negativen Folgen. Die zum Teil bei der Darmsanierung eingesetzten Antipilzmittel, wie z.B. Nystatin, haben dagegen durchaus eine Wirkung. Sie zerstören Hefepilze der Candida-Gruppe. Sie werden zwar hauptsächlich bei akuten Pilzinfektion eingesetzt, in Studien konnten aber auch Hinweise gefunden werden, dass eine vorzeitige Gabe von Nystatin das Risiko einer Pilzinfektion verringern könnte, vor allem bei immungeschwächten Personen. Das es sich aber um ein Arzneimittel handelt, sollte eine Gabe immer mit einem Arzt abgesprochen werden. 

Zusätzlich besteht für eine Entgiftungskur auch fast nie eine medizinische Notwendigkeit, da der Körper sich selbst sehr gut entgiftet. Dafür zuständig sind die verschiedensten Organe, wie z.B. die Leber als wichtigstes Entgiftungsorgan, aber auch die Nieren, die Haut sowie der Darm helfen dabei unerwünschte Stoffe aus dem Körper zu entfernen. Besteht eine medizinische Indikation für eine Entgiftung, z.B. durch die zu hohe Einnahme von Medikamenten, Tabak oder durch Belastung bei bestimmten Jobs (z.B. in der Chemie) werden in der Regel medizinische Maßnahmen ergriffen, wie z.B. die Gabe von Gegengiften. Eine Entgiftungskur würde hier nicht helfen. Was allerdings helfen kann, ist der Verzicht von Nikotin, Alkohol usw., da diese durchaus den Körper belasten und vor allem Alkohol die Leber durchaus in Mitleidenschaft ziehen kann.

Trotz der fehlenden Belege gibt es Menschen, die eine Entgiftung durchgeführt haben und die davon berichten, dass es ihnen danach besser ging. Das kann an vielen Faktoren liegen, ein besonderer Einfluss dürfte der bereits genannte Placebo-Effekt haben. Außerdem kann schon der Verzicht auf Alkohol, Nikotin, viel Fett oder Süßigkeiten und der Konsum von genügend Obst und Gemüse einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden haben. Liegen z.B. unerkannte Unverträglichkeiten vor, kann durch das Auslassen dieser Lebensmittel ebenfalls eine Besserung des Wohlbefindens erfolgen, da bei den meisten Detox-Diäten auf viele allergenhaltige Lebensmittel wie z.B. Milch, Weizen oder Eier verzichtet wird.  

Außerdem gibt es auch Präparate und Mittel, die durchaus eine Wirkung besitzen. So vor allem Kräuter-Tees, Kräuter-Extrakte o.Ä. Je nach angewandten Kräutern haben diese z.B. entwässernde, beruhigende oder antientzündliche Wirkungen. Auch Probiotika können das Wohlbefinden und die Gesundheit verbessern, da sie sich positiv auf das Mikrobiom im Darm auswirken können, welches sowohl für Darmgesundheit als auch das Immunsystem wichtig sind.

Was zusätzlich gesagt werden kann ist, dass eine Entgiftungs-Kur durchaus dazu führen kann, dass sich die Menschen mehr mit ihrer Ernährung beschäftigen, sich informieren und vielleicht auch merken was ihnen guttut und was vielleicht eher nicht. So besteht die Möglichkeit, dass nach der Entgiftungs-Kur z.B. weiterhin auf Alkohol oder Nikotin verzichtet wird, weil gemerkt wurde welche positiven Vorteile ein Verzicht mit sich bringt. Auch der oftmals hohe Verzehr von Obst und Gemüse ist grundlegend als positiv zu betrachten, aufgrund der enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien usw.

Wirkmechanismus

Der genaue Wirkmechanismus kann nicht genau und pauschal erklärt werden, da, wie bereits erwähnt, genaue Vorgänge und Prozesse, die während einer Entgiftung stattfinden sollen, nicht genau benannt werden. Daher kann der Wirkmechanismus in diesem Abschnitt auch nur grob erläutert werden.

Die Gifte sollen durch die Umwelt sowie durch die Nahrung aufgenommen, durch die Nahrung vor allem in Form von Fetten, Nikotin, Alkohol, Süßigkeiten und Kaffee. Zu den Umweltquellen gehört vor allem die Luftverschmutzungen, Pestizide, Schwermetalle usw. Aber auch vorangegangene Infektionen und der Einsatz von Medikamenten werden als Begründung für eine Giftansammlung genannt.  Diese Gifte werden zwar zum Teil vom Körper und den Organen selbst ausgeleitet, aber aufgrund der hohen Belastung eben nicht vollständig. Darum sollen sie sich in Form von Schlacke vor allem im Unterhautfettgewebe, Gelenken, Muskeln und Sehnen ansammeln. Dies soll dann den Austausch von Stoffen blockieren, den Körper übersäuern und schlussendlich zu den Symptomen und chronischen Erkrankungen führen.

Durch den Einsatz verschiedenster Tees, Diäten, Pillen, Vitamine, Mineralstoffe, Tropfen usw. soll die körpereigene Entgiftungsfunktion gestärkt werden. Außerdem gibt es noch bestimmte Präparate, häufig homöopathische Mittel, aber auch Mineralien usw. die die Gifte aus dem Körper (z.B. dem Blut) in den Verdauungstrakt ziehen sollen, wo sie dann ausgeleitet werden.

Weiterhin soll durch den Verzicht auf Alkohol, Nikotin, Koffein sowie fester und schwerer Nahrung der Körper die Möglichkeit bekommen sich vollkommen auf die Entgiftung zu konzentrieren, sodass diese im verbesserten Maße stattfindet.

Durch die am Anfang erfolgte Darmreinigung bzw. Darmsanierung soll die Darmfunktion unterstützt werden. Ziel dabei ist die Regeneration der Darmschleimhaut sowie die Wiederherstellung eines gesunden Mikrobioms, um die immunologischen und entgiftenden Eigenschaften des Darms zu stärken. Durch die Darmentleerung sollen giftige und schädigende Stoffe entfernt werden und durch Präparate wie Probiotika oder Antipilzmittel soll die Darmschleimhaut und das Mikrobiom regeneriert werden.

Anwendung

Wie eine Entgiftung durchgeführt wird, ist sehr unterschiedlich. Es gibt Saft-Kuren, Tees, Kapseln, Pillen, bestimmten Lebensmitteln oder speziellen Ernährungsweisen. Häufig werden diese Möglichkeiten auch kombiniert genutzt.

Zu Anfang der Entgiftung steht häufig eine Darmreinigung oder Darmentleerung an. Sie soll giftige Stoffe entfernen, die Darmschleimhaut und das Mikrobiom regenerieren und die Wirkung der Entgiftungs-Diät verstärken. Wie genau dies Darmsanierung aussieht ist sehr individuell. Häufig wird mittels verschiedener Präparate oder auch Einläufe abgeführt. Danach kann auch eine Therapie mit verschiedenen Mitteln folgen, z.B. Probiotika oder Antipilzmittel wie Nystatin.

Auf die Darmreinigung folgt dann die eigentliche Entgiftungskur. Wie sich diese konkret aufbaut ist sehr unterschiedlich, da es keine einheitlichen Vorgaben für ein solchen Vorgehen gibt. Meistens wird während der Kur auf viele Lebensmittel verzichtet und z.B. nur Säfte, Rohkost, Tees, Suppen, Obst und Gemüse konsumiert. Auch gibt es häufig zeitliche Einschränken wann gegessen wird (z.B. kein Frühstück, kein Essen aber einer bestimmten Uhrzeit). Gerade bei länger anhaltenden Kuren sind die Lebensmitteleinschränkungen aber häufig nicht so sehr streng und es werden auch feste Mahlzeiten wie z.B. Haferbrei erlaubt. Zusätzlich wird meistens auch der Konsum von Alkohol, Nikotin und Koffein untersagt.

Oft werden bei vielen Entgiftungskuren auch Nahrungsergänzungsmittel eingenommen. Diese sollen den Körper bei den Entgiftungsfunktionen unterstützen. Welche genau zum Einsatz kommen ist sehr unterschiedlich und abhängig von der jeweiligen Kur.

Es gibt außerdem noch Kuren, bei denen weitere Präparate eingesetzt werden sollen. So findet man z.B. die verschiedensten homöopathischen Mittel, Enzyme, Mineralien, Probiotika usw. Diese sollen die Schlacke und die Gifte aus dem Blut und den Organen ziehen und mithilfe der Verdauung ausleiten.

Bei manchen Entgiftungs-Plänen findet man außerdem noch weitere Ergänzungen wie z.B. regelmäßiger Sport oder Saunagänge. Auch die sollen die Entgiftungsvorgänge optimieren und dabei helfen, dass die Gifte den Körper verlassen.

Wie lange und wie oft diese Kuren durchgeführt werden, ist sehr unterschiedlich. So gibt es Kuren die nur 48 Stunden dauern, aber auch welche die über achte Wochen durchgeführt werden sollten. Außerdem Kuren die nur einmal Jahr stattfinden sollen oder solche die einmal im Monat durchgeführt werden sollten. Oft gibt es aber auch keine konkreten Angaben zur Dauer und Häufigkeit, sodass dies den Personen selbst überlassen wird.  

Nebenwirkungen

Je nach Umsetzung und Dauer der Entgiftungs-Kur kann sie zu einigen Nebenwirkungen und Beschwerden führen. Grundsätzlich besteht bei gesunden Menschen und einer kurzfristigen Entgiftungs-Kur aber nur wenig Gefahr von Nebenwirkungen, es könnte aber sein, dass z.B. bestimmte Stoffe in den Kapseln, Pillen oder Tees nicht gut vertragen werden. Bedenklich sind dagegen eher lang ausgeführte Entgiftungskuren, bei denen auf viele verschiedene Lebensmittel für längere Zeit verzichtet wird. So kann es nämlich zu Mangelerscheinungen bei bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen kommen. Auch wird häufig nur Obst und Gemüse verzehrt, was zu einer sehr geringen Zufuhr von Fetten und Proteinen führt. Dies kann sich bei sehr langen Kuren negativ auswirken, da dies essenzielle Bestandteile für den Körper sind und langfristig zu Muskelproblemen, Hormonproblemen usw. führen können. Im Gegensatz dazu steht außerdem der oftmals hohe Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln. Gerade bei den fettlöslichen Vitaminen und den Mineralstoffen kann es bei einem übermäßigen Verzehr zu Vergiftungs-Erscheinungen kommen, die je nach Inhaltsstoff sehr unterschiedlich ausfallen. Zusätzlich dazu bergen auch die Kapseln, Tees usw. ein Risiko, da die darin enthaltenen Stoffe (z.B. Enzyme) sich in großen Mengen auch negativ auswirken können und ebenfalls zu Vergiftungen führen könnten. Weiterhin ist auch der übermäßige Konsum von Säften, Smoothies und Co. als kritisch zu betrachten, da in diesen Produkten häufig sehr viel Zucker steckt und die Vitamine durch die Verarbeitung häufig nicht mehr wirkungsvoll sind. Besonders der hohe Fruchtzuckerkonsum kann negative Folgen haben, so steht er in Zusammenhang mit einer Nicht-Alkoholischen Fettleber.

Weiterhin zeigen Studien, dass Darmsanierungen statt dem gewünschten positiven Effekt, eher negative Folgen haben können. So zum Beispiel Blähungen, Durchfall oder Übelkeit. Gerade häufig oder falsch durchgeführte Darmreinigungen bergen ein hohes Risiko an Nebenwirkungen. So z.B. Flüssigkeitsverlust, Infektionen oder sogar eine beschädigte Darmflora.

Besonders gefährlich kann eine Entgiftungs-Kur aber bei Patienten mit Erkrankungen werden. So können die Inhaltsstoffe in den Tees oder Tabletten mit den Medikamenten von Patienten reagieren und zu ungewünschten und ggf. gefährlichen Nebenwirkungen führen. Es kann aber z.B. auch passieren, dass dadurch die Medikamente unwirksam werden und so keine richtige Behandlung der eigentlichen Erkrankung mehr erfolgt und sich der Zustand der Person dadurch sogar verschlimmert statt verbessert. Aber auch ohne Medikamente können sich die Inhaltsstoffe der Präparate negativ auf eine bereits bestehende Erkrankung auswirken. Soll eine Entgiftungskur durchgeführt werden, sollten Betroffene also immer vorher mit ihrem behandelnden Arzt darüber reden.

Nicht nur kranke Menschen sollten bei einer Entgiftungskur vorsichtig sein, auch Schwangere und Stillende, Kinder und Jugendliche sollten eher keine Detox-Kur durchführen. Zum einen kann der Mangel an wichtigen Inhaltsstoffen das Wachstum gefährden, zum anderen können gerade die Präparate und Tees besonders für Schwangere und Stillende problematisch sein.

Schlussendlich kann die strenge Ernährungsweise bei sensiblen Personen auch zu einer Essstörung führen bzw. diese begünstigen.

Krankheiten zur Anwendung

Prinzipiell wird die Entgiftungs-Kur meistens für ein verbessertes Allgemeinbefinden und zum Abnehmen empfohlen. Sie soll aber z.B. auch für schönere Haare, besseres Bindegewebe, stärkere Nägel und ein stärkeres Immunsystem sorgen und darüber hinaus auch Beschwerden wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Verstopfungen, Blähungen oder Gelenkschmerzen lindern können.

Zusätzlich sollen Entgiftungen auch gegen chronische Erkrankungen helfen, da bei den Anhängern davon ausgegangen wird, dass viele Erkrankungen durch die Umweltgifte und die dadurch im Körper eingelagerten Schlacken entstehen. Konkret wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um die folgenden Erkrankungen handelt:

  • Allergien, Überempfindlichkeiten, Demenz und Morbus Alzheimer, rheumatische Erkrankungen, Morbus Parkinson und chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa

Da die Wirkungen nicht wissenschaftlich belegbar sind, sollten gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen Entgiftungen nicht als Behandlung für ihre Erkrankung betrachten. Glaubt man aber, dass es einem trotzdem helfen könnte, sollte vorher immer ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt erfolgen, um negative Folgen zu verhindern.

Fazit

Zwar gibt es keine wissenschaftlichen Belege, dass eine Detox-Kur die beworbenen Versprechen verhält, doch trotzdem berichten viele Menschen von einem verbesserten Allgemeinbefinden nach einer solchen Kur. Sollten gesunde Menschen also, dass Gefühl haben, dass ihnen eine Entgiftungs-Kur hin und wieder guttut, spricht prinzipiell nichts dagegen dies durchzuführen, vor allem da einige Methoden wie genügend Obst und Gemüse, Verzicht auf Alkohol und Nikotin und der Verzehr von Tees oder Probiotika durchaus positive Wirkungen haben können. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass die Kur nicht zu lange und zu häufig durchgeführt wird, genügend Proteine und Fette gegessen werden und am besten auf wirkungslose Präparate verzichtet wird. Besteht der Verdacht, dass eine Unterversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen vorliegt, sollte immer ein Blutbild beim Arzt gemacht werden. Für Menschen mit Erkrankungen, Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende ist eine Entgiftungskur dagegen nicht zu empfehlen. Hier besteht besonders die Gefahr von Nebenwirkungen und ggf. sogar nachhaltigen Schädigungen.

Sollte der Verdacht bestehen, dass eine Vergiftung oder ungünstige Aussetzung mit Giften vorliegt, sollte in jedem Falle ein Arzt konsultiert werden.

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