Wissenschaftliche Betrachtung einer Darmreinigung

Definition

Unter einer Darmreinigung versteht man zumeist die Entfernung von Verdauungs- und Kotresten aus dem Darm. In der Schulmedizin findet eine Darmreinigung vor allem vor Operationen oder Untersuchungen von Darmabschnitten statt. In der alternativen Medizin wird dagegen auch häufig von einer Darmsanierung gesprochen. Ziel soll es sein, unerwünschte Stoffe aus dem Darm zu entfernen, um die Darmschleimhaut und das Mikrobiom zu regenerieren. Neben einer Darmreinigung werden dann auch häufig Präparate verabreicht, die die Regeneration unterstützen sollen. Schlussendlich soll so das Allgemeinbefinden sowie die Gesundheit verbessert werden.

Zugeschriebene Wirkung

In der Schulmedizin soll eine Darmreinigung dafür sorgen, dass sämtliche Kot- und Verdauungsreste aus dem Darm entfernt werden. Dies macht man, um bei Untersuchungen und Operationen am Darm, z.B. bei einer Darmspieglung, eine gute Sicht auf die Darmschleimhaut zu haben und das Risiko einer Infektion zu verhindern. Gerade bei Operationen am Darm ist eine gründliche Reinigung sehr wichtig, da ansonsten Bakterien und andere Erreger, die sich im Stuhl befinden, in den Körper gelangen und so Infektionen hervorrufen könnten.

In der alternativen Medizin werden Darmreinigungen und Darmsanierungen benutzt, um die Funktionen des Darms zu stärken und die Darmschleimhaut und das Mikrobiom zu regenerieren. Das soll vor allem durch Darmreinigungen, sowie durch die Einnahme verschiedener Präparate wie z.B. Probiotika oder Antipilzmittel gelingen. So soll das Wohlbefinden gesteigert werden und verschiedenen Symptome und Erkrankungen gelindert werden.

Wissenschaftliche Grundlage

In der Schulmedizin durchgeführte Darmreinigungen sind durch verschiedene Studien validiert und damit wirksam. Durch eine korrekt ausgeführte Darmreinigung vor einer Untersuchung oder Operation kann die Gefahr einer Infektion verringert werden und die Untersuchungsergebnisse sind besser, da eine bessere Sicht auf die Darmschleimhaut gegeben ist. Die eingesetzten Abführmittel sind gut getestet und werden stets weiterentwickelt, um den Prozess so angenehm und unschädlich wie möglich für den Patienten zu machen.

Anders sieht es bei der Darmsanierung in der alternativen Medizin aus. Es gibt kaum Studien, sodass eine positive Wirkung auf die Gesundheit bis heute nicht nachgewiesen werden konnte. Zudem beruhen die Annahmen anhand derer eine Darmreinigung empfohlen wird häufig auf falschen Annahmen, so z.B., dass Schlacken im Darm entfernt werden müssten. Diese sogenannten Schlacken sollen im Darm, aber auch im Bindegewebe, Knochen usw. vorliegen und aufgrund von Umweltgiften (z.B. Pestiziden und Luftverschmutzungen) und einer falschen Ernährung (viel Zucker, Fett usw.) entstehen. Dort sollen sie dann für die verschiedensten Symptome und Krankheiten sorgen. Diese Schlacken konnten aber bislang nicht im Körper nachgewiesen werden, was es aber durchaus gibt sind sogenannte „Kotsteine“. Dabei handelt es sich um erhärtete Stuhlreste, die von Schleim umgeben sind und meistens im Dickdarm, Blinddarm oder im Wurmfortsatz zu finden sind. Hauptsächlich betroffen sind vor allem Kinder und Senioren. Meistens liegen bei Betroffenen bestimmte Erkrankungen vor, die das Auftreten begünstigen, so z.B. anatomische Störungen des Magen-Darm-Trakts, neurologische Erkrankungen (z.B. MS oder Parkinson), metabolische Störungen usw. Die Therapie besteht vor allem aus Einläufen, Abführmitteln oder Operationen. Damit stellen auch Kotsteine keine Grundlage für die Durchführung einer Darmsanierung in der alternativen Medizin dar, da diese praktisch für Jedermann empfohlen wird. Zusätzlich werden die Schlacken als Auslöser und nicht als Symptom betrachtet. Mit der Entfernung der Kotsteine würde aber keine Heilung der eigentlichen Krankheit stattfinden, sondern nur eine Symptombehandlung.

Prinzipiell ist die Annahme, dass sich der Körper nicht ausreichend selbst entgiften kann und dadurch Schlacken entstehen nicht nachweisbar. Im Gegenteil, der Körper besitzt eine Vielzahl von Organen, so z.B. die Leber, die Nieren aber auch die Haut, die für Entgiftungsprozesse zuständig sind und den Körper von unerwünschten Stoffen freihält. Zwar können diese Prozesse durch bestimmte Erkrankungen vermindert werden, diese müssen dann aber mit Medikamenten therapiert werden und nicht mit Darmreinigungen oder Entgiftungen.

Die Produkte, die zum Abführen selbst genutzt werden, sind dagegen durchaus wirksam, so werden z.T. die gleichen Abführmittel wie bei der Schulmedizin genutzt. Aber auch Glaubersalz, Flohsamenschalen und andere Mittel kommen zum Einsatz. Je nach Mittel kann die Wirkung und die Stärke unterschiedlich ausfallen, Verstopfungen können sie aber richtig durchgeführt lösen. Andere Wirkungen haben diese Vorgänge, wie schon erwähnt, nicht.

Weiterhin sind viele Produkte die bei einer Darmreinigung zum Teil angewandt werden, in ihrer Wirksamkeit nicht ausreichend belegt, so zum Beispiel homöopathische Mittel, die nicht über den Placebo-Effekt hinausgehen. Dabei erfahren Menschen eine Wirkung, Heilung, oder auch Schädigung durch eigentlich unwirksame Stoffe. Der alleinige Glaube daran, etwas genommen oder unternommen zu haben, was zu einer Wirkung führen soll, kann zu einer tatsächlichen Wirkung führen, obwohl das eigentlich genommene Mittel z.B. nur Zucker ist und damit keine heilenden Wirkungen besitzt. Außerdem werden häufig noch Mineralien wie Zeolith oder Bentonit genutzt, sie sollen unerwünschte Stoffe binden und ausscheiden. Diese Wirkung kann aber nicht belegt werden, zum Teil werden sogar eher schädigende Wirkungen beobachtet, da diese Stoffe häufig mit Schwermetallen wie Blei, Quecksilber oder Aluminium belastet sind.

Es gibt aber auch Präparate, die durchaus eine Wirkung besitzen, so. z.B. Kräutertees oder Kräuterextrakte die ebenfalls bei einer Darmsanierung eingenommen werden können. Durch die enthaltenen Inhaltsstoffe können durchaus beruhigende, entzündungshemmende oder entwässernde Effekte auftreten. Auch Probiotika können das Wohlbefinden und die Gesundheit verbessern, da sie sich positiv auf das Mikrobiom im Darm auswirken können, welches sowohl für Darmgesundheit als auch das Immunsystem und die allgemeine Gesundheit wichtig ist. Auch die zum Teil empfohlenen Antipilzmittel wie Nystatin besitzen eine Wirkung. Sie zerstören Hefebakterien der Candida-Gruppe. Sie werden zwar hauptsächlich bei akuten Pilzinfektion eingesetzt, in Studien konnten aber auch Hinweise gefunden werden, dass eine vorzeitige Gabe von Nystatin das Risiko einer Pilzinfektion verringern könnte, vor allem bei immungeschwächten Personen. Da es sich aber um ein Arzneimittel handelt, sollte eine Gabe immer mit einem Arzt abgesprochen werden.

Neben den eingenommenen Präparaten werden teilweise auch Einläufe durchgeführt. Dabei wird Flüssigkeit durch den After in den Enddarm gespült. Wie viel Flüssigkeit und welche genau genutzt wird ist je nach Therapie unterschiedlich, zumeist handelt es sich aber um Wasser, gerade in der alternativen Medizin wird aber auch Tee, Bentonitlösungen oder sogar Kaffee genutzt. Zwar können diese Einläufe dafür sorgen, dass z.B. akute Verstopfungen gelöst werden, so entfernen sie aber keine Schlacken oder andere Gifte aus dem Körper, die nicht sowieso zusammen mit dem Stuhl entfernt worden wären. Darüber hinaus konnten die ansonsten beworbenen Wirkungen wie z.B. die Linderung von Kopfschmerzen, Müdigkeit oder sogar die Risikosenkung von Darmkrebs nicht bewiesen werden.

Zuletzt wird während einer Darmsanierung auch auf eine bestimmte Ernährungsweise geachtet. So soll häufig vor allem zucker- und kohlenhydratfrei gegessen werden, aber auch Schonkost, Fasten oder andere Tipps werden gegeben, um die Darmsanierung zu unterstützen. Je nach Form der Diät kann diese durchaus positiv sein, so unterstützen Ballaststoffe, Gemüse und Obst sowie gesunde ungesättigte Fette die Erhaltung eines gesunden Mikrobioms. Auch der Verzicht auf Zucker und das Fasten können sich positiv auf das Mikrobiom und das Allgemeinbefinden auswirken. Zusätzlich ist auch der Verzicht auf Alkohol oder Nikotin positiv. Zu extreme und einseitige Diäten können dagegen eher schaden, da nicht genügend Mikro- und Makronährstoffe aufgenommen werden.

Trotz der eigentlich belegten Unwirksamkeit von Darmsanierungen berichten trotzdem häufig Menschen, dass es ihnen danach besser geht. Das kann verschiedene Gründe haben, so zum Beispiel der bereits genannte Placebo-Effekt. Liegen akute Verstopfungen vor, können diese vor allem durch eine Darmreinigung natürlich auch gelöst werden. Auch die wirksamen Präparate wie Kräutertees oder Probiotika und eine Ernährungsumstellung können sich positiv auf das Allgemeinbefinden auswirken.

Wie läuft eine Darmreinigung ab?

In der Schulmedizin läuft eine Darmreinigung i.d.R. relativ gleich ab. Der Patient bekommt ein PEG-Pulver mit nachhause, die einen Tag vor der OP oder Untersuchung genommen werden sollte. Das Pulver wird dabei zumeist in 1 Liter Wasser gelöst und muss dann innerhalb kürzester Zeit getrunken werden. Der Effekt tritt dann zumeist wenige Stunden nach dem Verzehr der Flüssigkeit auf. Ab dann darf der Patient auch nichts mehr essen und am besten nur noch Wasser trinken. Um einen zu hohen Flüssigkeitsverlust zu verhindern, sollte auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Wenn der Stuhl nur noch hell, flüssig und klar ist, war die Darmreinigung erfolgreich.

Für die Darmsanierung in der alternativen Medizin gibt es keine strengen Anwendungsregeln und ist stark vom Anbieter oder Autor der Sanierung abhängig. Häufig werden verschiedene Prozeduren in Kombination genutzt, teilweise parallel, teilweise nacheinander.

Häufig fängt die Darmsanierung mit einer Darmreinigung oder einem Einlauf an. Die Darmreinigung kann dabei durch die verschiedensten Präparate gestartet werden, so z.B. konventionelle PEG-Lösungen, aber auch Flohsamenschalen, Glaubersalze und Co. Kommen beim Abführen zum Einsatz. Teilweise wird der Vorgang nur einmal durchgeführt, ähnlich wie in der Schulmedizin, manchmal werden diese Mittel, meistens Bentonit oder Flohsamenschalen, auch für einen längeren Zeitraum eingesetzt. Die abführende Wirkung ist dann allerdings meistens nicht sehr stark. Der Einlauf kann entweder selbst oder von einem Arzt durchgeführt werden. Dabei wird eine bestimmte Menge Flüssigkeit durch den Anus in den Darm geleitet, welcher dann die Stuhlreste und Schlacken entfernen soll. Welche Flüssigkeit und wie viel eingesetzt wird ist sehr individuell.

Während oder nach einer Darmreinigung folgt, dann meistens die Gabe von verschiedenen Präparaten. So kommen teilweise Antipilzmittel zum Einsatz, die die schädlichen Pilze im Darm beseitigen sollen. Auch Probiotika oder andere Mittel werden eingesetzt, um die Darmschleimhaut und das Mikrobiom zu regenerieren und zu unterstützen.

Häufig wird dann auch die Ernährung angepasst. Auf Alkohol, Zucker, Nikotin und Kaffee soll häufig verzichtet werden. Aber auch eine Schonkost oder Fasten wird häufig empfohlen, damit der Darm genügend Kapazitäten zum Entgiften und Regenerieren hat.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen einer konventionellen Darmreinigung können stark variieren. Insgesamt gilt sie als gut verträglich, es kann aber auch zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Kopfschmerzen usw. kommen. Es kann auch zu Veränderungen des Mikrobioms führen, die nach einiger Zeit aber wieder ausgeglichen werden. Patienten, die Medikamente nehmen müssen und Schwangere/Stillende sollten vorher ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt führen, um andere Nebenwirkungen zu vermeiden.

Wenn bei der Darmsanierung ebenfalls abgeführt wird, kann dies zu den gleichen Nebenwirkungen wie bei der konventionellen Darmreinigung führen. Vor allem bei der Darmreinigung in der alternativen Medizin kann es zu dem vermehrt zu Dehydratationen und Elektrolytstörungen führen, vor allem wenn über einen längeren Zeitraum abgeführt wird. Flohsamenschalen können außerdem zu Verstopfungen führen, wenn nicht genug getrunken wird. Das Abführen selbst kann die Funktion von Medikamenten lindern, da es zu einer verminderten Resorption im Darm kommt und die Inhaltsstoffe so schlechter aufgenommen werden.  Sowohl Bentonit als auch Zeolith können dagegen zu Vergiftungen führen, da in diesen Produkten schon häufig Schwermetalle wie Blei, Quecksilber oder Aluminium gefunden wurden. Bentonit kann zudem auch Mineralien u. Ä. im Darm binden, wodurch es zu einer Mangelversorgung kommen kann. Kräuterextrakte und andere Präparate bergen zudem immer das Risiko einer allergischen Reaktion und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, wenn diese genommen werden. Des Weiteren birgt das Abführen und die Einnahme bestimmter Mittel das Risiko einer Unterversorgung mit bestimmten Makro- und Mikronährstoffen, wenn durch die Diarrhö nicht mehr die Möglichkeit besteht, dass die Inhaltsstoffe aus der Nahrung aufgenommen werden können.

Auch die Einläufe bergen ein Risiko. So können durch das Einführen von kleinen Schläuchen in den After Verletzungen und Perforationen am After und im Darm entstehen, aber auch Krämpfe und Infektionen sind möglich. Vor allem Einläufe mit Zusätzen wie Kräutern oder Kaffee können gefährlich werden, so sind Kaffee-Einläufe schon mit Todesfällen assoziiert worden.

Auch die Ernährungsumstellung birgt ein Risiko. Wird sehr lange gefastet oder eine andere, sehr einseitige Diät verfolgt, kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

Ebenfalls sollten Menschen mit Erkrankungen eine Darmreinigung, vor allem Einläufe und Abführmittel meiden, da ansonsten das Risiko von Nebenwirkungen deutlich erhöht wird. Vor allem Leute die an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Divertikulitis, Hämorriden, Tumoren in Darm, Herzkrankheiten oder Nierenproblemen leiden sollten vorsichtig sein. Aber auch vorangegangene Operationen am Darm steigern das Risiko für Nebenwirkungen. Prinzipiell sollte immer ein ausführliches Arztgespräch erfolgen, wenn über eine Darmsanierung nachgedacht wird.

Krankheiten zur Anwendung

In der Schulmedizin wird die Darmreinigung nicht zur Heilung von Krankheiten genutzt, sondern vor Operationen und Untersuchungen. Meistens handelt es sich dabei vor allem um Darmspiegelungen, z.B. für Diagnosen aber auch zur Krebsführerkennung. Auch bei Operationen, in denen der Darm beteiligt ist, wird eine Darmreinigung durchgeführt, um, wie schon erwähnt, das Risiko von Infektionen zu verringern und eine klare Sicht auf die zu operierenden Stellen zu haben.

In der komplementären Medizin wird davon ausgegangen, dass Darmsanierungen bei allerlei Symptomen und Erkrankungen Linderung verschaffen können. So z.B. bei gastrointestinalen Problemen wie Verstopfungen, Blähungen oder Mundgeruch. Aber auch bei sehr unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit oder Antriebslosigkeit, aber auch Übergewicht soll damit reduziert werden. Weiterhin sollen auch Erkrankungen wie Rheuma, Gelenkprobleme, Autoimmunerkrankungen, Infektionen, Depressionen, Pilzinfektionen gelindert werden. Aber auch bei Allergien oder Intoleranzen sollen Darmsanierungen hilfreich sein.

Fazit

Sollte vom Arzt eine Darmreinigung, z.B. vor einer Operation, angewiesen werden, sollte diese auf jeden Fall durchgeführt werden, um wie schon erwähnt, das Risiko von Infektionen zu verringern und um das Gelingen der Behandlung zu ermöglichen. Sollten Krankheiten, Ängste oder Fragen vorliegen, sollte immer ein gutes Vorgespräch mit dem Arzt erfolgen, um Nebenwirkungen auszuschließen, i.d.R. passiert dies von den Ärzten aber von selbst. Dank der Weiterentwicklung der Abführmittel sind diese heutzutage auch deutlich angenehmer.

Für die Darmsanierung in der komplementären Medizin gibt es zwar keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass die versprochenen Effekte eingehalten werden können, jedoch zeigen positive Berichte, dass sie durchaus hilfreich sein können. Prinzipiell spricht bei gesunden Menschen auch nichts gegen eine korrekt durchgeführte Darmsanierung, auch wenn fraglich ist, ob Abführmittel und Einläufe in ihrer Wirkung die möglichen Nebenwirkungen überwiegen. Wenn diese Prozeduren durchgeführt werden sollen, ist es wichtig auf eine korrekte Ausführung zu achten, um Risiken wie Verletzungen, Dehydratation usw. zu vermeiden. Gerade bei Einläufen sollte dafür ggf. ein erfahrener Arzt oder Therapeut gefunden werden, zudem sollte zu häufiges bzw. längerfristiges Abführen gemieden werden. Sollen zusätzlich noch Präparate genutzt werden, ist es immer wichtig auf die Inhaltsstoffe zu achten, um ggf. allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten oder wie im Falle von z.B. Zeolith Expositionen mit Schwermetallen zu vermeiden. Auch sollte immer genügend getrunken werden, um Dehydrierung zu vermeiden und Verstopfungen, z.B. von Flohsamenschalen zu verhindern.  Bei der Ernährungsumstellung sollte darauf geachtet werden, dass trotzdem abwechslungsreich gegessen wird, sodass genügend Makro- und Mikronährstoffe aufgenommen werden. Es spricht aber bei gesunden Menschen auch nichts gegen eine kurze Fastenzeit, sie kann sogar positiv wirken. Wichtig ist nur dass sie nicht zu lange durchgeführt werden sollte.

Wie schon erwähnt sollten Menschen mit Erkrankungen aber auch Schwangere/Stillende auf Darmsanierungen eher verzichten. Wenn doch eine durchgeführt werden soll, sollte dies immer mit einem Arzt abgesprochen werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Schlussendlich sollte auch gesagt sein, dass es keine Darmsanierung für einen gesunden Darm braucht. Schon mit einfachen Tipps wie genügend Trinken und Sport sowie einer Ernährung mit Ballaststoffen, Obst, Gemüse und Vollkornprodukten gelingt es den Darm fit zu halten. Bei regelmäßigen Problemen wie Durchfällen, Blähungen, Schmerzen, Verstopfungen, Müdigkeit usw. sollte immer ein Arzt konsultiert werden um Allergien, Unverträglichkeiten oder Krankheiten auszuschließen bzw. zu diagnostizieren.

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